An Möglichkeiten fehlt es nicht  
Neue Infrastruktur und Wirtschaftspolitik ebnen deutschen Investoren den Weg
Die Avenida 4 de fevereiro, Straße der Botschaften in Luanda

Angola gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Der jahrzehntelange Bürgerkrieg, der dem Ende der portugiesischen Kolonialherrschaft folgte, hat große Teile des Landes verwüstet. Minen in den Feldern behindern die Landwirtschaft, von der 70% der Bevölkerung abhängig ist, die Infrastruktur muss von Grund auf erneuert werden, und die große Mehrheit der Angolaner muss mit weniger als einem US-Dollar am Tag auskommen und leidet bittere Not. „Die Beseitigung der Kriegsschäden und die Wiedereingliederung der 4,6 Millionen Zwangsvertriebenen nimmt den höchsten Stellenwert in der Regierungspolitik ein“, sagt João Lourenço, Generalsekretär der größten angolanischen Partei MPLA, „diese Menschen müssen in die Gesellschaft integriert werden, damit sie wieder arbeiten und ihren Lebensunterhalt verdienen können, denn ein großer Teil von ihnen kommt aus der Landwirtschaft.

“Der Wiederaufbau der Infrastruktur wurde ebenfalls zur Priorität erklärt. „Wir wollen hiermit günstige Bedingungen für die Entwicklung der Agrar- und Industrieproduktion schaffen“, betont João Lourenço, „und hiermit tragen wir erheblich zur Versöhnung zwischen den einstigen Bürgerkriegsparteien bei, und danach werden die Minen von den Feldern geräumt, damit die Landwirtschaft florieren und unsere Abhängigkeit von den Nahrungsmittelimporten reduziert werden kann.“Angola hat ein enormes Wirtschaftspotenzial. Ölvorkommen in der Nähe der Hauptstadt Luanda und in der Enklave Cabinda zählen ebenso zu den Naturreichtümern wie Diamanten, Kupfer, Mangan und Phosphate. Wie Industrieminister Joaquim Duarte da Costa David sagt, komme dem Privatsektor eine wichtige Rolle bei der Ausbeutung dieser Bodenschätze und bei der neuerlichen Industrialisierung zu. In der Tat wurde ein neues Investitionsgesetz vorgelegt, das die öffentliche Verwaltung effizienter gestalten und die Bürokratie abbauen soll und ausländischen Investoren die gleichen Rechte einräumt wie dem angolanischen Privatsektor. Gleichzeitig soll durch eine Reform des Rechtswesens und durch mehr Transparenz das Investitionsklima weiter verbessert werden.

MPLA-Generalsekretär João Lourenço weist insbesondere auf die deutsche Komponente hin. „Die meisten Fabrikanlagen in Angola kamen vor über 25 Jahren aus Deutschland. Sie haben durch Qualität überzeugt, und deutsche Maschinen könnten auch heute wieder der Entwicklung der Industrie und damit unserer Volkswirtschaft helfen. Es gibt keinen Wirtschaftssektor, der deutschen Investoren nicht offen steht.“
Eine wichtige Voraussetzung für die Investitionsbereitschaft ausländischer Unternehmen ist jedoch eine vernünftige makroökonomische Politik. Wie Carlos Leite, Angola-Beauftragter des Internationalen Währungsfonds sagt, habe der IMF der Regierung eine Anzahl von makroökonomischen Zielen gesetzt, die sich auf die Inflationsrate, die Steuer- und Geldpolitik sowie strukturelle Reformen bezogen hätten, doch die Regierung habe viele dieser Ziele verfehlt. Es fehle an der notwendigen Transparenz, wodurch die Qualität der Haushaltspolitik beeinträchtigt werde, die Inflation sei noch immer zu hoch und unterliege zu großen Schwankungen, und es müsse mehr in das Gesundheits- und Erziehungswesen investiert werden. Auch müsse die Regierung dafür sorgen, dass es nicht an den notwendigen Wirtschafts-
und Finanzdaten fehlt, denn sonst hätten potenzielle Investoren keine Möglichkeit, die wirtschaftlichen Aussichten zu bewerten. Der Mangel an Daten wirke sich negativ auf die Investitionsbereitschaft aus.

Trotzdem wurde bereits vieles getan. Das Finanzministerium arbeitet an einer Verbreiterung der Steuerbasis und an der Verbesserung der Steuermoral, die Finanzverwaltung wurde transparenter gestaltet, die Inflationsrate wurde gesenkt, und die Privatisierung des Zollmanagements hat zu einer Vielzahl von positiven Resultaten geführt. Wie der Angola-Beauftragte des Internationalen Währungsfonds erklärt, brauche das Land vor allem auch eine Vereinbarung mit dem IWF. „Eine solche Vereinbarung würde Signalwirkung haben und mehr Investitionen außerhalb des Ölsektors bewirken, der für 80% der Staatseinnahmen verantwortlich ist“, betont er, „und sie würde Angola Zugang zu langfristigen Krediten auch seitens der Weltbank geben, die das Land dringend gebrauchen kann.

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