Ein Staat im Aufbruch  
Verhandlungsbeginn ist der 3. Oktober 2005
Bundeskanzler Schröder mit Griechenlands Ministerpräsident Kostas Karamanlis

Ein Jahr nach dem Wahlsieg der Neuen Demokratie hält Ministerpräsident Kostas Karamanlis die Zügel der griechischen Regierung straff in der Hand. Eine Parlamentsmehrheit von 164 von 300 Sitzen macht ihm, der gleichzeitig Kultusminister ist, die Geschäftsführung relativ leicht. Hinzu kommen Erfolge, die kathartisch von der ganzen Nation wahrgenommen werden, wie die 28. Olympischen Spiele, die in Athen stattfanden. Ein durchgreifendes Reformprogramm soll lang überfällige Änderungen und Modernisierung in allen Bereichen bringen: in der Wirtschaft, Infrastruktur, im Staatshaushalt, Arbeitsmarkt, Tourismus und Bildungswesen.

Die wirtschaftlichen Indikatoren halten sich im grauen Bereich. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs 2004 um 4,2% gegenüber 4,7% im Jahr 2003. Die Arbeitslosenrate liegt mit 11% über dem EU-Durchschnitt. Die Inflationsrate betrug 2004 2,9%, während die Prognose für 2005 eine Teuerung von 3,2% vorsieht. Vizeminister für Wirtschaft und Finanzen, Peter Doukas, weiß ein Mittel um die Wirtschaft in geordnetere Bahnen zu lenken: „Wir müssen sichergehen, dass die Leute, die besser arbeiten, auch besser bezahlt werden.“

Plutarchos Sakellaris
Plutarchos Sakellaris Vorsitzender des ökonomischen Beratungsrates

Den erfolgreichen Privatisierungsbemühungen in den Bereichen Telekommunikation und Banken soll als nächstes der Energiesektor folgen. „Ein neues Gesetz zur Förderung von Public-Private Partnerships will die Umsetzung und Finanzierung von öffentlichen Vorhaben besser sichern. Entbürokratisierung, Steuersenkung und ein neues Investitionsgesetz haben zum Ziel, Griechenland wieder attraktiver für ausländische Direktinvestitionen zu machen und griechische Exporte zu steigern“, meint Plutarchos Sakellaris, Vor-sitzender des ökonomischen Beratungsrates.

Die ausländischen Direktinvestitionen in Griechenland beliefen sich 2004 auf 1.088 Millionen Euro – davon 78 Millionen aus Deutschland – im Vergleich zu 586 Millionen im Jahr davor. In Griechenland operieren derzeit 140 deutsche Unternehmen oder Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung. Der Warenaustausch zwischen beiden Ländern ist sehr bedeutend und weitet sich ständig aus. Deutschland ist Hauptabnehmer griechischer Produkte und wichtigster Handelspartner innerhalb der EU.

Auch politisch sind die deutsch-griechische Beziehungen intensiv. Beide Länder arbeiten eng zusammen, vor allem in Bereichen wie der zukünftigen Struktur Europas und in regionalen Fragen wie der Stabilisierung der Balkanländer und der Zusammenarbeit im Mittelmeerbereich. Persönliche Kontakte auf höchstem Niveau – wie zuletzt das Gespräch Bundeskanzler Schröders und Karamanlis im März 2005 – zeugen davon.

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